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Missstände im öffentlichen Verkehr (SBB & Co.)

Darum geht die Debatte


Ich fahre schon seit Jahren als Pendler und begeisterter Zugfahrer mit einem Schweizer GA durch die ganze Schweiz.
Schon beinahe alle Winkel der Schweiz habe ich bereits bereist.

Auf solchen Reisen und auf den täglichen Strecken zur Arbeit sind mir viele Dinge aufgefallen, die auf die Dauer extrem nerven.
Gegen die Stosszeiten sind die Züge meist überfüllt und (oft) sehr verspätet.
Zudem sind vielmals Waggons einfach abgeschlossen, ohne dass sie abgehängt werden, das ist für Platzsucher sehr ärgerlich.
Das Platzangebot sollte schleunigst ausgebaut werden.

Zudem störend sind der Dreck, Vandalismus, zerkratze Scheiben, unanständige Leute, überfüllte Mülleimer in den Zügen (welche selten geleert werden), Nicht-Einhalten des Fahrplans, ruppiger Fahrstil bei Busbetrieben, weniger Zugbegleiter (sinkende Sicherheit!) und vieles mehr.
Gegen die unanständigen Leute kann man direkt nicht viel machen, nur in solchen Situationen entsprechend reagieren.

Was sicherlich auch viele andere stört sind die anderen aufgelisteten Argumente.
Haben Sie auch schon solche Situationen im Schweizer ÖV-Netz erlebt?
Was würden Sie vorschlagen, könnte man dagegen machen?

Debatte http://sbb.politnetz.ch
Geschrieben 3. Dezember 20:28, Michael Tanner
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Ich bin froh, dass diese Debatte gestartet wurde, denn was Michael Tanner im Einleitungstext beschreibt, kann ich unterschreiben. Die Situation ist für die Pendler in vieler Hinsicht mühsam.

Ich arbeite 3 Tage die Woche in Zürich und kann sagen: Die Strecke Lausanne-Zürich ist eine regelrechte Katastrophe. Immer total überladen und vielfach mit Verspätungen verbunden. Auch der Halbstundentakt ist doch etwas gar mittelalterlich. Wieso kann diese Strecke, die meiner Ansicht nach die Hauptschlagader des SBB-Netzes ist, nicht mit einer höheren Frequenz gefahren werden? Ich habe bis heute keine überzeugende Antwort darauf gefunden.

Ich werde den Verdacht nicht los, dass das ÖV in der Schweiz gerade von der Politik immer noch als Luxusgut interpretiert wird. "Unser Standart ist im internationalen Vergleich sehr hoch", heisst es da. Doch ist das ein Grund, nicht weiter am ÖV zu arbeiten. In Zukunft werden immer mehr Menschen auf das Auto verzichten (müssen), um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Diese Entwicklung wird von den Verantwortlichen irgendwie nicht ernst genommen. Leider können viele Pendler nicht auf den öffentlichen Verkehr verzichten.
2 Kommentare
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Danke für das Lob.

Ich kenne die Strecke ebenfalls gut und kann das nur zu gut bezeugen.
Dass es als Luxusgut angeschaut wird, kann ich nicht sagen, hab das nie so wahrgenommen.
Doch ein Körnchen Wahrheit steckt schon dahinter.

Wenn man die Situation mit Deutschland vergleicht, dann sind wir grad noch heilig, aber trotzdem ist es eine Zumutung.

Wir sind schliesslich das fahrfreudigste Volk der Welt, laut Studien.
Schweizer fahren am meisten Zug, Bus, etc, sogar noch vor den Japanern.
Michael Tanner 5. Dezember 2009 Verstoss melden
Ich stimme zu: Pendeln ist keine freie Entscheidung. Oder würde jemand argumentieren: " Selber schuld wenn Du arbeiten musst?"
Dorn Benjamin - Gemeinderat Greifensee 21. März 2010 Verstoss melden
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Da wurde jahrelang geworben auf die Schiene umzusteigen. Nun fahren alle Zug und die SBB möchte partout nicht mehr 2. Klasse- Abteile anbieten und kuscht jetzt sogar davor, das Lärmverbot konsequent durchzusetzen. Im Gegenteil: Die Ruheabteilungen werden im neuen Fahrplan vermutlich gestrichen!
Ich möchte keine Business- und Einkaufsplänegespräche während einer einstündigen Fahrt mitkriegen müssen. Und ich möchte auch nicht mit einem Klassenaufschlag bestraft werden, wenn ich am Ende der Fahrt in der 1. Klasse aussteigen möchte, nur damit ich den Anschlusszug nicht verpasse (was weniger meine Schuld ist, sondern aufgrund des Lok- Defekts passiert, welcher die ganze Verspätung verursacht hat).
14 Kommentare
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Zitat:
"Wer Ruhe will, muss in die 1. Klasse wechseln"

Das stimmt leider nur zu gut.
Ab und zu überlege ich mir bei grösseren Fahrten ein Zuschlag zu meinem GA zu lösen, doch ich als Lehrling vermag den Aufschlag leider nicht gut.

Mich stören die Leute und der Lärm weniger, aber ich weiss, wie es einem nerven kann.
Nur wenige können da noch Entspannung bewahren.
Zudem eben auch noch die unanständigen Leute.

Und was sich die SBB wieder dabei überlegt hat, die Ruheabteile abzuschaffen, weiss ich auch nicht.
Die kosten doch nicht mal Geld, bis auf den Kleber.

Dominique schau mal:
Wenn du in die 1. Klasse wechselst, um Ruhe zu haben, dann könntest du auch rückwärts machen.
Denn es sieht aus, als wäre es in der 1. Klasse nicht mehr so ruhig und geordnet wie früher.
Immer mehr erlebe ich auch, dass die 1. Klasse ebenfalls mit Leuten überfüllt ist und dass da ebenfalls unanständiger Lärm herrschen kann.

Da müsste die SBB generell neu durchgreifen.
Und was auch noch frech ist:

Die SBB hat in Zürich eine Lounge eröffnet für GA Inhaber.
Da dachte ich, wie cool, doch schon folgte die Enttäuschung, nur für die 1. Klasse-GA-Kunden.
Das finde ich eine Frechheit, zumal ich für mein GA genug Geld berappe, sodass ich auch gerne Zutritt hätte.

So wirds mir auch langsam zu bunt, doch ich bin darauf angewiesen, kein Fahrsausweis, keine alternative Lösung.
Hoffe, dass diese Debatte vielleicht mal bis zur SBB durchkommen würde.
Michael Tanner 5. Dezember 2009 Verstoss melden
und auch in der ersten Klasse ist es nicht immer ruhig...
Adrian Zehnder 6. Januar 2010 Verstoss melden
wie wahr, in der 1. klasse müsste ich mir noch mehr solche lästigen businesstelefonate anhören müssen;-) so oder so würde ich nicht wechseln. ich finde die SBB schikaniert einfach bei jedem fahrplanwechsel mit neuen regelungen die 2.klasse-pendler und befördert damit weiterhin munter die 2.- klasse-gesellschaft. und dies nur, weil sich die gäste der 1.klasse bei jedem mucks belästigt oder gestört fühlen (beispielsweise wenn ein mantel eines vorbeigehenden 2.klassefahrers ihre schulter etwas streift). sowas nennt sich dann noch öffentliches verkehrsunternehmen. ich hoffe auch dass diese debatte bis zur sbb durchdringt, ihr ansehen (das sie mal zu recht hatte) lässt immer mehr zu wünschen übrig.
Dominique Fischer 10. Januar 2010 Verstoss melden
und ist aber noch immer besser als das irgendeiner anderen öffentlichen Verkehrsunternehmung...

Nicht dass sie nichts verbessern müssten, im Gegenteil, aber immerhin, nennt mir mal ein Land, wo so ein dichtes öV-Netz herrscht und bis in alle Ecken und Enden mehr oder weniger gut (aber immerhin!) ausgebaut ist!

Es scheint manchmal schon fast, dass ein Grundrecht auf eine öV-Anbindung zu existieren scheint, was ich sehr lobe, aber dass dann irgendwo auch Abstriche zu machen sind, verstehe ich schon.

Dass die Abstriche hingegen auf Kosten der Pendler gehen und zu Stosszeiten hingenommen werden müssen, ist wirklich ätzend...
Adrian Zehnder 10. Januar 2010 Verstoss melden
Ich pendle jeden Tag von Zürich nach Bern in der ersten Klasse. Allerdings wechsle ich häufig in die zweite Klasse, weil die erste Klasse komplett überfüllt ist und es in der zweiten Klasse noch Platz hat. Der Hauptvorteil der ersten Klasse ist, dass es meistens (aber nicht immer) angenehmer ist zum arbeiten. Aber zu den Hauptverkehrszeiten ist es in der zweiten Klasse angenehmer zum reisen.
Benedikt Gerth - CVP 12. Januar 2010 Verstoss melden
Wieso wird denn überhaupt gependelt?
Sind also die Pendler die Verursacher des Schlamassels?
Ein Umzug und damit wieder eine Verknüpfung von Wohn- und Arbeitsort wäre doch die sinnvollere Alternative!
Dadurch würden die Verkehrsmittel und Verkehrsachsen wieder für den ihnen zugedachten "normalen" Verkehr frei!
Also eine Win-win-Situation für alle, oder etwa nicht?
Ausserdem wüde die Umwelt dadurch ebenfalls massiv entlastet!
Horst R Zbinden - AL 12. Januar 2010 Verstoss melden
Das ist halt auch ein Resultat des sehr guten öV-Angebotes. Je nachdem befinden sich die Arbeitsplätze auch nicht immer genau dort wo die guten Wohnplätze vorhanden sind. Und vieles mehr. Es ist sicher ein Ziel zu versuchen die Leute dazu zu bringen näher bei den Arbeitsplätzen zu wohnen. Es ist aber sicherlich nicht erstrebenswert deswegen das gute öV-Angebot nicht auch weiter auszubauen.
Benedikt Gerth - CVP 12. Januar 2010 Verstoss melden
@Horst R. Zbinden: Den Wohnort kann man sich je länger, je schlechter aussuchen. Wer zum Beispiel in Zürich arbeitet, kommt ums Pendeln nicht mehr herum. Ob jetzt von Bern nach Zürich oder von Winterthur nach Zürich - es spielt im Prinzip gar keine Rolle mehr. Das Problem ist nicht der ÖV, sondern die Ausbeutung der Wohnungsnot und die ungebremste Zuwanderung bei beschränkten Kapazitäten.

By the way: Ich kann in das Gejammere über die "unhaltbaren Zustände" nicht einstimmen. Ich pendle zwischen Bern und Zürich. Ich musste noch nie stehen. Aber ja: Ein Abteil für sich hat man selten mehr. Aber wegen den Abteil-Egos gleich wieder Millionen auszugeben... Ne.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 19. März 2010 Verstoss melden
@Dominique Fischer: Selbstverständlich möchten wir viele Dinge nicht. Aber offenbar möchten unsere Mitmenschen im Zug telefonieren und möchten die Erstklassreisenden Sie nicht in ihrem Abteil stehen haben. Offenbar erhalten wir im Leben nicht alle das, was wir möchten.
Ich benutze die SBB täglich und kann bilanzieren, dass sie mehr Wünsche erfüllt, die ich betreffend eines idealen Transportmittels hege, als nicht. Ich möchte
a) auf die Toilette, während ich reise
b) lesen, während ich reise
c) einen Kaffee trinken, während ich reise
d) meistens pünktlich ankommen, wenn ich reise
e) Mitmenschen kennen lernen, wenn ich reise
f) ab und zu kurz schlafen, wenn ich reise.
Philippe Wampfler 20. März 2010 Verstoss melden
Übrigens: In Japan gibt's eine Handy-Verbot in gewissen Zügen. Leute entschuldigen sich, wenn ihr Telephon aus Versehen klingelt.
Dorn Benjamin - Gemeinderat Greifensee 21. März 2010 Verstoss melden
Wenn das wirklich stimmt, dann freue ich mich darüber.
Das wäre doch auch mal interessant, durchzusetzen.

Obwohl es eigentlich die sogenannten Ruheabteile gibt, welche die SBB aber abschaffen will.
Was ich am schlimmsten finde, sind die Jugendlichen (vor allem die), welche einfach laut Musik hören und kein Respekt zeigen.
Ich bin zwar selber noch jung, aber das finde ich einfach unangemessen frech.
Dafür gibts Kopfhörer.
Michael Tanner 22. März 2010 Verstoss melden
@Philippe Wampfler: a- e) möchte ich auch und kann ich zum Glück. aber f) leider nicht, wenn mein Sitzvertreib aus Zeitvertreib seine Freunde anruft. Daher gibt es zwei Lösungen: Entweder Natelverbot (Japan macht das grossartig) oder "Lärmabteile" für Telgespräche oder die SBB verteilt Ohropax. Wenn Mitmenschen telefonieren möchten, ich aber das nicht anhören möchte=> Wessen Recht geht dann vor? Ich würde meinen, dasjenige welche keine negativen Externalitäten (sprich Lärm oder Musik) verursacht. Und ich belästige auch niemanden in der 1.Klasse, wenn ich mich im Gang aufhalte. Nur wenn ich durch die 1.Klasse laufe und einen heiden Radau mache. Meine Argumente beruhen also auf dem gut schweizerischen Credo: "Erlaubt ist, was nicht stört.".
Dominique Fischer 9. Juni 2010 Verstoss melden
Gut, da telefoniert also jemand und stört Sie damit. Ich würde vorschlagen:
a) Sie geben ab und an den toleranten Mitmenschen und überhören das - was für Sie unwichtig klingen mag, hat vielleicht für andere Menschen eine große Bedeutung: Wie wollen wir das schon wissen.
b) Sie sprechen diese Menschen konkret darauf an und bitten sie, ihr Gespräch im Gang fortzuführen.
==> Ich denke nicht, dass die SBB zwischenmenschliche Probleme mit einem Regelkatalog lösen muss. Die Ruheabteile haben sich nicht bewährt und wurden folgerichtig wieder abgeschafft (kaum jemand wusste, worum es sich handelt; zudem kann man in einem vollen Zug selten wählen, in welchem Abteil man gerne sitzen möchte).

Und der Aufenthalt in der 1. Klasse ist halt nun einfach nur mit einem entsprechenden Ticket möglich - die Position der Wagen 1. Klasse ist auch ein Vorteil, den die mehr bezahlenden Passagiere erhalten.

Festzustellen, was denn genau wen wie fest stört - scheint immer einfacher zu sein, als es ist.
Philippe Wampfler 9. Juni 2010 Verstoss melden
ja, das mag stimmen, aber intersubjektive kriterien lassen sich bestimmt auch für diesen öffentlcihen bereich finden. auch wenn ich finde dass die schweiz in vielem überreguliert ist und ich "verreglemtierungen"-tendenzen grundsätzlich nicht mag.

natürlich wird es für diese person wichtig sein. und ich möchte auch nicht dass die sbb in zwischenmenschliche kommunikationsprobleme intervenieren muss. die lösung sähe ich einfach mehr in logistischen massnahmen.
Dominique Fischer 9. Juni 2010 Verstoss melden
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